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Dead Lions

Ein Fall für Jackson Lamb

Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer

Zwei Agenten von Slough House, einem Abstellgleis des MI5, erhalten den Auftrag, einen russischen Oligarchen zu beschützen, den der britische Geheimdienst als Informanten gewinnen will. Gleichzeitig wird ein ehemaliger Spion aus kalten Kriegszeiten tot aufgefunden, angeblich infolge eines Schlaganfalls. Bei beiden Fällen spielen russische Schläfer eine wichtige Rolle: ›Dead Lions‹. Ausgerechnet die Agenten, denen keiner etwas zutraut, sind beim Erwachen der Löwen dabei.

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Slough House, das ist der Ort, an den Agenten des Geheimdiensts MI5 in London verdammt werden, die bei ihrer Arbeit versagt haben. Alle sind Einzelgänger, alle wollen wieder zurück in den aktiven Dienst in Regent’s Park, und dafür würden sie absolut alles tun: sogar mit den anderen ›Slow Horses‹ zusammenzuarbeiten.
Im zweiten Fall der vielfach preisgekrönten Erfolgsserie findet Slough-House-Chef Jackson Lamb einen alten Kollegen aus seinem Berliner Vorleben tot in einem Bus. Gleichzeitig erhalten zwei seiner Agenten den Auftrag, einen russischen Oligarchen zu beschützen, der für wichtige Geschäfte nach London kommt.

Der Krimi „Dead Lions – Ein Fall für Jackson Lamb“ wurde von Mick Herron geschrieben und ist im Diogenes Verlag erschienen. Die MI5-Agenten, die einen Fehler begangen haben, der zu schwerwiegend war, um weiter im Hauptsitz im Regent’s Park arbeiten zu dürfen, werden zu den Slow Horses in das Slough House versetzt. Die Arbeit bei den Slow Horses ist sehr stupide und es wird daher seitens des MI5 des Hauptsitzes gehofft, dass die Personen von sich aus kündigen. Das tun sie allerdings nicht. Chef der Slow Horses ist Jackson Lamb, dem leider teilweise die gute Kinderstube fehlt. So gehört beispielsweise ein unfreundlicher Umgang mit seinen Mitarbeitern zum Arbeitsalltag. 

Der Erzählstil gefällt mir gut, ein wenig schrullig und sehr detailgenau. 

Zu Anfang gibt es das erste Todesopfer, ein Agent, der tot in einem Bus aufgefunden wird. Der Autor lässt uns zuerst aus der Perspektive einer Katze über die Straße springen und in ein Gebäude schleichen, wo wir einige der Protagonisten kennenlernen. Das empfand ich als einen originellen Kunstgriff. 

Jackson Lamb, möchte dem Fall auf seine spezielle Art auf die Spur kommen, denn nachdem er und sein Team in ermittlerische Ungnade gefallen sind, wollen sie nun beweisen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören. 

 Mein Fazit:

Das war mal wirklich gut!!! Spannend geschrieben, mit so vielen Irrungen, Wirrungen und unerwarteten Wendungen, dass der Spannungsbogen die ganze Zeit unglaublich hoch war, hier traut niemand niemanden, und jeder denkt 5-mal um die Ecke, bevor er mit seinen Kollegen plaudert, das hat Spaß gemacht zu lesen. Der Spaß kam auch vom Stil des Autors, der seine Figuren lebensecht sprechen lässt, und vor allem Jackson Lamb sehr viel Ironie mitgibt. Diesen schwarzen Humor und diese Ironie muss man mögen, und ich musste beim Lesen oft grinsen. Hier handelt es sich um den zweiten Band einer Serie, ich denke, weitere Bände werde ich im Original lesen, obwohl, wie gesagt, auch bei der Übersetzung kommt der Humor gut rüber.

Knapp 480 Seiten lesen sich flott weg, man kommt sich vor wie in einem rasanten Bond-Film, und ich kann das Buch nur weiterempfehlen! Intelligenter Krimi mit coolen Typen. Gerne mehr!